Zum Nachdenken

„Meine Schafe kennen meine Stimme.“

Ein Pfarrer aus der Zentralafrikanischen Republik erzählte folgende  Begebenheit:

Marodierende Rebellen hatten ihm seine Schafe gestohlen. Ein paar Tage später hatte die Polizei das Versteck der Rebellen gefunden. Es lag neben  einem großen Feld, auf dem über 100 gestohlene Schafe festgehalten wurden.

Als der Pfarrer davon hörte, ging er zu dem Ort wo man die Rebellen gefunden hatte und sagte zu den Polizisten: „Zwölf der gestohlenen Schafe gehören mir.“

Die Polizisten machten sich über ihn lustig und sagten zu ihm: „ Da kann ja jeder kommen, wie wollen sie das denn beweisen, dass zwölf von den vielen Schafen ihnen gehören?“

Der Pfarrer antwortete: „Ich brauche sie nur zu rufen, denn sie kennen meine Stimme.“

Er stellte sich an den Zaun und fing an seine Schafe zu rufen. Und siehe da, zwölf Schafe lösten sich aus der Herde und kamen aufgeregt zu ihm an den Zaun gelaufen.

Die Polizisten staunten nicht schlecht und der Pfarrer durfte seine Schafe mit nach Hause nehmen.

(Auszug aus „Wort für Heute“ von Christoph Haus)

 

Auf welche Stimme höre ich?

Die oben erzählte Begebenheit ist gut übertragbar, auf das, was Jesus uns im Johannesevangelium sagen will. So wie Schafe ihren Hirten ganz genau an der Stimme erkennen und ihm dann folgen, so kann auch ich lernen, unter den vielen Stimmen, die immer wieder auf mich einstürmen, die Stimme von Jesus dem guten Hirten zu erkennen.

Schafe erkennen den Hirten, zu dem sie gehören an der Stimme, weil sie viel Zeit mit ihm verbringen. Das Gleiche gilt auch für mich. Je mehr Zeit ich mir nehme, Jesus besser kennenzulernen, durch das Lesen in der Bibel und durch Gebet, desto sicherer werde ich auch seine Stimme in meinem Alltag erkennen.

Es ist heilsam und hilfreich sich immer wieder und besonders in Grenz-situationen zu fragen: „Auf welche Stimme höre ich da eigentlich gerade?“

 

Auf welche Stimme höre ich, wenn ich ungerecht behandelt wurde?

Wenn eine Stimme zu mir sagt: „Das hast du nicht verdient, lasse dir das nicht gefallen, zahle es ihnen heim, das darf nicht so stehen bleiben.“

Doch dann ist da die andere, so vertraute Stimme des guten Hirten, die sagt: „Ja, es ist Unrecht was dir gerade zugefügt wird, aber bleibe jetzt erst einmal ruhig, damit nicht alles eskaliert und vertraue mir. Ich werde dir helfen und beistehen.“

Der Stimme des guten Hirten will ich folgen, denn nur er bringt mich sicher durch die Wirren meines Lebens und an seiner Hand werde ich die ewige Heimat sicher erreichen.

 

Woher weiß ich was du willst?

Woher weiß ich, was du willst, wenn ich mich entscheiden muss?

Menschen raten mir so viel, Hilfen gibt‘s im Überfluss!

Du versprichst: Ich will dich, mit meinen Augen leiten!

Du bist da und umgibst mich von allen Seiten.

 

Woher weiß ich, was du willst, in der Hetze dieser Zeit?

Lass mich lernen still zu sein, mach zum Hören mich bereit!

Du versprichst: Ich will dich, mit meinen Augen leiten!

Du bist da und umgibst mich von allen Seiten.

 

Woher weiß ich, was du willst? Dafür gabst du mir dein Wort.

Danke, dass du zu mir sprichst, meinen Weg erkenn ich dort.

Du versprichst: Ich will dich, mit meinen Augen leiten!

Du bist da und umgibst mich von allen Seiten.

 

Daher weiß ich, was du willst? Deinem Wort vertraue ich.

Ich will tun, was du mir sagst. Falsche Pläne Herr zerbrich.

Du versprichst: Ich will dich, mit meinen Augen leiten!

Du bist da und umgibst mich von allen Seiten.

 

(Melodie und Text: Freizeitgruppe)


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