Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel. (Haggai 1,6)

Arbeit, Nahrung, Trinkwasser, Kleidung, Geld: In der ersten Predigt des Propheten Haggai geht es um ganz handfeste Dinge. Die Rede trägt ein exaktes Datum: erster Tag des sechsten Monats des zweiten Regierungsjahrs des Perserkönigs Darius. Laut den Kommentaren entspricht das dem 29. August 520 vor Christus. ….

Neunzehn Jahre vor Haggais Auftreten hatten die Perser das babylonische Reich erobert und den nach Babylon deportierten Judäern erlaubt, in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren. Dort sollten sie unter der Führung des Serubabel, eines Nachkommen der Könige von Juda, den Tempel von Jerusalem wiederaufbauen. Aber auf die anfängliche Begeisterung folgte eine lähmende Ernüchterung in dem kargen Land, dessen Äcker nie genug Ertrag abwarfen, um richtig satt zu werden.

Die Vornehmen unter den Rückkehrern bauten als erstes für sich selbst getäfelte Häuser. Der Tempel lag nach wie vor in Trümmern, der Baubeginn wurde immer weiter hinausgezögert.  Dafür sei die Zeit noch nicht gekommen, sagten die Vornehmen. Aber an sich selbst konnten die Vornehmen gar nicht früh genug denken. So entgegnet ihnen der Prophet: Weil ihr die falschen Prioritäten setzt, gibt es so viel Mangel im Land, hält Gott Regen und Segen zurück, aber wenn ihr mit dem Tempelbau beginnt, wird das Land endlich aufblühen! ……

Auszug aus einer Andacht von Martin Rothkegel (Theologische Hochschule Elstal)

Und heute, wie sieht es heute bei uns in Deutschland aus? Auch wir können beobachten, wie zwei Trends, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, sich in unserer Gesellschaft verfestigen.

  • Trend 1: Immer mehr Menschen wenden sich von Gott ab. Die Kirchen bleiben leer und müssen teilweise sogar geschlossen werden. Die meisten Menschen kümmern sich nur noch um das eigene Wohlergehen in äußeren Dingen. Gott spielt in ihrem Leben häufig keine Rolle mehr.
  • Trend 2: Die äußeren Probleme und Nöte weltweit und auch in unserem Land nehmen immer mehr zu. Kriege, Terror, Klimaerwärmung, Trockenheit, Überschwemmungen, Corona Pademie, steigende Armut, Werteverfall, wachsende Gewaltbereitschaft, …….

Lassen wir doch einmal den Gedanken zu, dass beide Entwicklungen in unserem Land in einem Zusammenhang stehen, so wie damals vor 2540 Jahren. Dass die wachsende Gottesferne in unserem Volk dazu geführt hat, dass Gott, der diese Welt in seinen Händen hält, uns in äußeren Dingen seinen Segen entzogen hat.

Wenn das so wäre, dann gäbe es doch nur einen Weg, der aus dieser Krise herausführt. Wir müssen von einem Leben, in dem Gott keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt umkehren und Gott wieder den ersten Platz in unserem Leben geben.

Ob dann alle äußeren Nöte mit einem Mal überwunden wären, das kann ich nicht sagen. Aber in einem bin ich mir ganz sicher. Die Nöte im Zusammenleben würden abnehmen und der Segen Gottes würde wieder neu auf uns ganz persönlich und auf unserem Land ruhen, so wie damals vor 2540 Jahren in Judäa.

Anbei noch ein Liedtext, von Lutz Scheufler, der zum Nachdenken anregen soll:

Kein Frieden in der Welt, ohne Frieden zwischen Völkern.

Kein Frieden zwischen Völkern ohne Frieden im Land.

Kein Frieden im Land ohne Frieden in den Städten.

Kein Frieden in den Städten ohne Frieden im Haus.

Kein Frieden im Haus ohne Frieden zwischen Menschen.

Kein Friede zwischen Menschen ohne Frieden in mir.

Kein Frieden in mir selbst ohne Frieden mit dem Schöpfer.

Nur Jesus ganz allein gibt dir den Frieden mit Gott.

Frieden wird werden, Frieden auf Erden.

Frieden wird sein, lässt Du Jesus in Dein Leben ein.

 

Es grüßt sie herzlich ihr

Günter Melles


Impressum | Datenschutz | Disclaimer
Copyright (C) ELG-Gelsenkirchen-Middelich e.V. - Alle Rechte vorbehalten.