Zum Nachdenken

Lasten sie fallen auf Golgatha!

Vor einigen Jahren fuhr ich an einem Samstagmorgen zum Friedhof. Der Boden vom Grab der Schwiegereltern hatte nachgegeben und es  musste Erde aufgefüllt werden um die entstandene Sänke auszugleichen.

Ich hatte einige große Einer mit Mutterboden gefüllt und in dem Kofferraum meines Wagens verstaut. Schon beim Heben der Eimer in den Kofferraum dachte ich bei mir: „Es wird nicht einfach werden, diese schweren Eimer mit Erde bis zum Grab zu tragen.“

Am Friedhof angekommen, nahm ich zwei Eimer, an jeder Hand einen und lief den Hauptweg des Friedhofs entlang, von dem dann ganz am Ende, der schmale Weg abzweigte, der zum Grab der Schwiegereltern führte. Konzentriert sah ich dabei auf den Weg vor mir.

Doch auf halber Strecke merkte ich, wie mir die Eimer immer schwerer wurden und ich sie kaum noch mit meinen Händen halten konnte. Mein Rücken begann zu schmerzen und ich richtete meinen Oberkörper beim Gehen kerzengerade auf, um die Last besser tragen zu können.

Wie ich so kerzengerade mit meiner Last den Hauptweg entlang ging, konnte ich nicht anders als auf das große Steinkreuz am Ende des Hauptweges zu sehen, auf das ich geradewegs zulief.

Ich dachte bei mir, was ist das für ein Bild, hier schleppe ich mich mit meiner Last ab und kann sie kaum noch tragen. Und dort am Kreuz hängt der, der zu mir spricht: „ ES IST VOLLBRACHT! Ich habe alle Deine Lasten getragen. Du kannst alles was dich belastet bei mir unter dem Kreuz ablegen.“

Mir wurde in dieser Situation ganz neu bewusst, dass Jesus alle meine  Lasten, meine Schuld und Sünde, alle meine Not und Krankheit durch sein Leiden und Sterben auf sich genommen und schon getragen hat. Und ich wurde ganz neu froh darüber, dass er mir immer wieder Vergebung für meine Sünden, Frieden mit Gott und Kraft zum Tragen in Tagen der Anfechtung schenkte.

Ich musste darüber nachdenken, wie oft ich meine Lasten unnötiger weise krampfhaft festgehalten hatte, so wie in dieser Situation meine beiden schweren Eimer. Wie oft war ich erst nach langem Zögern  bereit gewesen, Sünde, Schuld, Sorgen und Not unter dem Kreuz abzuladen.

An jenem Samstag konnte ich nicht anders. Ich stellte meine beiden schweren Eimer ab. Mein Blick war auf das Kreuz gerichtet und ich  sprach ein kurzes Gebet.

Es tat gut, als dort unterm dem Kreuz die Last der schweren Eimer nicht mehr zu spüren war. Wieviel mehr tut es uns gut, wenn uns innere Lasten und Nöte von Jesus abgenommen werden, der uns verheißen hat:

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Mt 11,28

Möge Gott schenken, dass wir es besonders in dieser Passions- und Osterzeit schaffen, unsere Lasten unter dem Kreuz Jesu abzulegen, damit wir als entlastete, gestärkte und frohe Christen unseren Weg gehen können.

Lasten, sie fallen auf Golgatha

  1. Ist dein Herz voll Sorgen und Schmerz, die bedrücken dein Herz? Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah. Lasten, sie fallen auf Golgatha, Golgatha, Golgatha, Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah!

  2. Er hilft dir, vertraue auf ihn, gib dich völlig ihm hin. Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah. Lasten, sie fallen auf Golgatha, Golgatha, Golgatha, Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah!

  3. Alle, die vertrauen auf ihn, bringt er sicher zum Ziel: Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah. Lasten, sie fallen auf Golgatha, Golgatha, Golgatha, Lasten, sie fallen auf Golgatha, Jesus ist immer nah!



    Text und Melodie: John M. Moore 1952

 


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