Zum Nachdenken

Die Welt, in der wir leben, ist die Welt, von der wir leben. Es ist die Welt, die Gott uns als Lebensraum gegeben hat und die wir bebauen und bewahren sollen.

 

Eine schöne Welt hat Gott uns mit unserem blauen Planeten Erde als Wohnsitz gegeben. Und von klein auf habe ich gelernt, mich an der Welt mit Gottes guten Gaben zu freuen.

Ich war immer ein Freund der Natur. Ich fand sie als Gottes Schöpfung, unbegreiflich schön. Über die kleinen, oft unbeachteten Wunder der Schöpfung kann ich auch heute noch staunen und ebenso über die Größe und die darin doch klar geltenden Gesetzmäßigkeiten des Universums. Und noch immer singe ich gerne: „Geh aus, mein Herz und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit, an deines Gottes Gaben!“

Aber so ganz ungetrübt ist meine Freude an der Natur seit einigen Jahren doch nicht mehr. Eine Art Schatten liegt darüber.

Wenn ich singe: „Die Bäume stehen voller Laub“, dann sehe ich auf einmal die abgestorbenen Bäume auf den Harzhöhen vor mir. Und wenn ich von der Glucke singe, die ihr Völklein ausführt, dann muss ich unwillkürlich an die Hühner in den Legebatterien denken.

Wie kam es  zu solch einem Bruch in meinem Empfinden? Wo liegt das Problem? Liegt es in der sich verändernden Natur? In der Schöpfung? Liegt es etwa sogar am Schöpfer? Oder sollte es an uns Menschen liegen?

Viele Menschen sind ja inzwischen wach geworden. Sie haben erkannt, dass die Schöpfung vom Menschen aktuell eben nicht bewahrt und bebaut, sondern in vielen Bereichen von uns Menschen ausgebeutet und zerstört wird.

Ich denke, die eigentliche Katastrophe, von der die Umweltkatastrophe nur die Folge ist, das ist der Verlust der Beziehung des modernen Menschen zu Gott. Es ist eine Tatsache, dass das Geschöpf Mensch sich von seinem  Schöpfer getrennt hat und selbstherrlich alles selber in den Griff bekommen will.

Der Mensch ist vom Bewahrer der Schöpfung zum Zerstörer der Schöpfung geworden, indem er Gott den Stuhl vor die Türe gesetzt hat.

Wenn zwischen uns Menschen und der Schöpfung wieder Friede  einkehren soll, wenn die Beziehung des Menschen zur Natur grundlegend in Ordnung kommen soll, dann geht das nur, wenn wir Menschen es zulassen, dass Gott wieder den zentralen Platz in der Mitte unseres Lebens bekommt. Der Satz vom Frieden auf Erden, der in der Bibel steht, steht unauflöslich im Zusammenhang mit der Ehre und  dem Lob Gottes.

  • Ohne die liebevolle Pflege und Fürsorge Gottes sind wir Menschen als seine Geschöpfe bald erschöpft.
  • Ohne den festen Willen, Gott durch unser Leben die Ehre zu geben, gibt es keine friedliche Welt, gibt es kein versöhntes Miteinander zwischen den Menschen und auch nicht zwischen Mensch und Natur.

Gott muss wieder in die Mitte unseres Lebens, wenn sich in dieser Welt nachhaltig etwas zum Guten ändern soll. Wo das geschieht, wird man entdecken, dass im Leben der Menschen und auch in der Natur, Gottes herrliche Schöpfung wieder sichtbarer wird.

 

Pastor: Wilfried Wiegand

(Quelle:  In Anlehnung an ein Traktat der  Evangelischen Volks- und Schriftenmission Lemgo Lieme)

 

Ich selber kann und mag nicht ruhn;
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.

Paul Gerhardt (1653)

 


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